Mittwoch, 1. Oktober 2014

Dreadball - Erste Eindrücke


Dreadball? Ist das nicht dieser komische Abklatsch unseres geliebten Bloodbowl?

Als ich zum ersten Mal über das System gestolpert bin, ich glaube es war letztes Jahr auf der Spielemesse in Essen, war ich nicht wirklich beeindruckt. Bloodbowl in der Zukunft. Nett aber nicht toll, dachte ich mir.

Erst am vergangenen Wochenende, als wir bei meinem Kumpel Stephan zu Gast waren, sollte ich merken, das ich nicht ganz richtig lag. Natürlich ist es ein futuristisches Sportspiel in der Zukunft - natürlich liegt der Vergleich mit Bloodbowl auf der Hand. Und doch hat Mantic es geschafft, ein Spiel zu schaffen, das bei allen Ähnlichkeiten doch eigenständig und anders ist. Wir haben zwei Drei-Spieler-Partien auf dem Ultimate-Spielfeld gespielt, mit drei Teams die sich um zwei Bälle prügeln ist Chaos und Spaß garantiert - und auch die Balance zwischen den Teams war stets relativ ausgeglichen, da eigentlich immer derjenige der gerade mal ein paar Pünktchen vorne liegt von den beiden anderen Teams aufs Maul bekommt.

Was verbindet nun die beiden Systeme?
Ganz klar, Orks, Ratten, Menschen und viele andere Rassen/Konstrukte jagen in Teams Organisiert einem Ball hinterher und verprügeln sich dabei nach Herzenslust. Es gibt Ereigniskarten, Fouls, Eine Reserve- und KO-Box.

Ja super, wo ist dann jetzt der Unterschied?
Bei allen Gemeinsamkeiten gibt es doch einen gewaltigen Unterschied zwischen den Systemen, die Art und Weise wie gespielt wird ist grundlegend anders. Das liegt gar nicht so sehr daran, dass weniger Spieler auf dem Feld sind, oder das Spielfeld in Hexfelder aufgeteilt ist, sondern an den Spielmechaniken.

Vor allem anderen liegt das wohl an den Würfelproben: Während bei Bloodbowl der aktive Spieler mehr oder weniger alleine am Zug ist und die Würfelwürfe durchführt, finden bei Dreadball fast alle Proben vergleichend statt. Beide Spieler würfeln also gegeneinander und versuchen jeweils mehr Erfolge als der Gegenüber zu erzielen. Hier werden auch keine Speziellen Würfel benötigt, das Spiel kommt mit einer Handvoll W6 aus, ein Erfolg hängt von der Fähigkeit des Spielers ab, in der Regel liegt das bei 3+ oder 4+. Man wirft nun drei Würfel, wobei die Anzahl der Würfel (nicht der zu erreichende Wert!) durch die Situation verändert werden kann (Manche Spieler erhalten Extrawürfel für bestimmte Aktionen, etc.) und vergleicht das Würfelergebnis mit der Fähigkeit des Spielers. Daraus ergibt sich dann die Anzahl der Erfolge.

Zu Kompliziert? Nichts verstanden?
Keine Angst, das ist wirklich Semmeleinfach, hier ein Beispiel:
Joey Kieferbrecher versucht, den Ork Graznahk der Rote zu Tacklen. Da Joey ein Guard ist, bekommt er einen zusätzlichen W6 für die Probe, da er ein paar Felder Anlauf genommen hat, bekommt er noch einen zusätzlichen Würfel, er wirft für diese Probe also mit insgesamt 5 Würfeln, sein Stärkewert liegt bei 4+.
Graznahk der Rote ist ebenfalls ein Guard, bekommt also auch einen Würfel dazu (Guards kennen sich halt mit sowas aus...), da Orks stärker sind als normale Menschen, muss Graznahk eine 3+ für einen Erfolg würfeln.

Die Würfelergebnisse:
Joey würfelt 1,3,3,4,6 (was an dieser Stelle erst einmal 2 Erfolge wären, da er 4+ benötigt)
Graznahk 2,2,3,5 (ebenfalls 2 Erfolge - Graznahk braucht ja nur eine 3+)

Bei Dreadball explodieren die 6er aber, was bedeutet, dass eine geworfene 6 nicht nur einen Erfolg bringt, sondern der Würfel noch einmal geworfen werden darf. Wird wieder eine 6 Gewürfelt, geht das Spiel immer weiter..

Joey wirft eine 5, wieder ein Erfolg und hat damit insgesamt 3.

Da Graznahk nur 2 Erfolge hat, hätte Joey die Probe somit bestanden.

...ich denke an dieser Stelle reicht es mit dem Beispiel, Ihr hab es sicherlich schon kapiert, oder?
:-)

Also, sollen wir nun alle Bloodbowl in die Tonne kloppen und nur noch Dreadball spielen?
Auf keinen Fall. Aber Dreadball ist eine überraschend gute und vor allem eigenständige Alternative zum Games Workshop-Urgestein. Wenn Ihr die Möglichkeit habt, nehmt Euch mal 'n Stündchen Zeit und spielt eine Runde, ich bin sicher, Ihr werdet positiv überrascht sein!