Sonntag, 3. August 2014

Spielbericht - FoW in Nordafrika

Am Donnerstag haben Christian und ich eine kleine Runde in Nordafrika gedreht. Eines vorweg: Die Flames of War - Regeln lassen sich nahezu problemlos auf den kleinen Maßstab anwenden (Streiche Zoll, setze Zentimeter) und sorgen für ein tolles neues Spielgefühl, das viel mehr von Bewegung geprägt ist, als es im 15mm - Pendant der Fall ist.

Doch eins nach dem anderen:
Wir würfelten eine Mission aus, die Würfel entschieden sich für "Hasty Attack" - eine meiner absoluten Lieblingsmissionen, da beide Seiten mit Reserven (und der Verteidiger sogar mit verspäteten Reserven) spielen und so erstmal das Beste aus dem machen müssen, was sie auf der Platte haben. Gespielt wurden erstmal "nur" 1200 Punkte, aber das reicht völlig aus um einen ersten Eindruck zu gewinnen.
Die Deutsche Aufstellung: Wie nicht anders zu erwarten war, ist hier Klasse statt Masse angesagt, die Panzer III und IV werden unterstütz von einem großen Infanteriezug, der sogar noch eine PAK angeschlossen hat.

Das Britische Gegenstück: In Ermangelung schlagkräftiger Panzerfahrzeuge (von den 3 Grants mal abgesehen), besteht die leichte Panzerkompanie aus einer Menge Crusader II & II CS sowie allem was irgendwie fahren kann und eine PAK tragen kann. Ein kleiner Infanteriezug zur Sicherung sowie begrenzte Luftunterstützung vervollständigen die Aufstellung.

Das Gelände: In Ermangelung von passendem Grünzeug (Die Palmen liegen in Munster, das restliche Grünzeug hatte ich zu Hause liegen lassen...) sieht es recht karg aus auf dem Spielfeld...


... doch wer glaubt, dass Gelände heute keine Rolle spielen würde, hat sich geschnitten. Überall durchbrechen Dünen und Hänge die Sichtlinie.
Das Schlachtfeld zu Beginn des Kampfes - hier aus Sicht der verteidigenden Briten.

Die deutsche Offensive kommt aufs Feld - zunächst "nur" mit fünf Panzern. ... die den Briten noch wirklich übles Kopfzerbrechen bereiten sollten.

Die britischen Truppen - noch siegessicher. Der Plan war, die anfängliche Übermacht auszunutzen und die Deutschen so in die Flucht zu schlagen.
Die drei schweren Grant-Panzer umgehen die Deutschen auf der rechten Flanke.

Der Sicherungszug gräbt sich am vorderen Missionsziel ein, während die PAK-LKW sich im Schutze der Düne aufstellen.

Das Gefecht beginnt - die Deutschen Panzer haben leichtes Spiel mit den ungepanzerten Fahrzeugen.
Die Crusader-Panzer versuchen, den PAKs zur Hilfe zu kommen.

Da beide Seiten sich nach der Schussphase noch bewegen können (Sormtrooper Move bzw. Tip & Run) entwickelt sich der Kampf zu einem Katz-und-Maus-Spiel über die Kuppe der Düne...

... welches für die Briten aber nicht allzu gut ausgeht.

Nach wenigen Runden sind nicht nur die LKW, sondern auch die beiden Crusader Geschichte.
Wie sich zeigte, hatten die Briten den Deutschen nur wenig entgegen zu setzen.

Mit ein paar Dellen mehr, aber ohne Verluste überrollen die deutschen Panzer schier unaufhaltsam die Truppen auf der  Hügelkuppe.
Auf der rechten Flanke lief es ein wenig besser für die Briten: die Grants zerlegen in kurzer Zeit die Deutschen Verstärkungen.

Doch der Kampf um den Hügel war verloren - nicht einmal die Hurricane schaffte es mit ihren Kanonen, einen Panzer zu zerstören!
Der Silberstreif am Horizont - Rauchschwaden kündigen die auf britischer Seite dringend benötigten Reserven an!

Doch aus hoffnungsspendenden Staub wurde bald schwarzer Rauch - nur eine Runde brauchen die Deutschen, um die Briten zurück ins Tal der Tränen zu schicken!
Die Grants haben nach der Vernichtung der Reserven von Ihrem offensiven Plan abgelassen und rasen mit voller Geschwindigkeit zurück, um noch in den Kampf einzugreifen.

Und zunächst scheint es so, als würden sie das Schlachtenglück wenden können: endlich gehen auch Deutsche Panzer in Flammen auf!
Aber alle Versuche, die Deutschen zu stoppen sollten sich als Vergebens erweisen: das Missionsziel war gefallen, Rommels Truppen haben gesiegt!

Das Spielfeld am Ende der Schlacht von Oben: eine Schneise der Verwüstung zieht sich über die komplette Platte!

Was für ein Gefecht! War ich zu Anfang zuversichtlich, die wenigen Deutschen schnell überrollen zu können und das Missionsziel einnehmen zu können, war spätestens nach dem Schlagabtausch auf der Hügelkuppe mein Optimismus verflogen! Alles, was ich den Deutschen entgegen stellte, wurde in kürzester Zeit einfach vernichtet - und das, ohne je eine echte Chance gehabt zu haben! Nicht einmal die Hurricane konnte echten Schaden anrichten, was aber weniger an deren Bewaffnung, sondern eher mehr an meinen Würfen lag. Die Grants erwiesen sich als absolute Retter - mit Ihren zwei Geschützen, das Turmgeschütz sogar noch mit der Sonderregel "Semi-Indirect Fire" - konnten sie die Deutschen Panzer schneller vernichten, als ich geglaubt habe. Die Crusader erwiesen sich aber als Achillesferse, die nur zu leicht riss - es sind eben doch nur mittlere Panzer, auch wenn sie gut aussehen. Die Deutschen konnten sich wieder mal auf ihre überlegene Technologie verlassen, gegen die Panzer IV war heute einfach nichts zu machen, die Infanterie haben sie geschickt umgangen (noch so eine Tolle Sache bei diesem Maßstab - BEWEGUNG IST WICHTIGER DENN JE!!!) und den kompletten Rest an Crusadern, Marmon-Herringtons und LKW haben sie wortwörtlich im Vorbeigehen aufgeraucht.

Fazit dieses Tages: der kleinere Maßstab passt perfekt zu den Gefechten in der Wüste! Auch die - im Vergleich zum Schlachtfeld - geringere Reichweite bereichert das Spiel ungemein! Vorbei die Tage an denen sich die Seite mit den Größeren Waffen einfach eingegraben hat und ab der ersten runde Tod und Verderben über die Andere Seite gebracht hat! Wenn selbst die besten Geschütze nur das Halbe Schlachtfeld weit schießen können, ist eine völlig andere Art der Planung gefragt! Ob das jedem Gefällt, sei dahin gestellt - wir fanden es jedenfalls einfach klasse!