Dienstag, 24. Juni 2014

1st Manasses

Matze und ich haben am Wochenende das Regelwerk Altar of Freedom erstmals einem Härtetest unterzogen und die erste Schlacht am Bull Run nachgespielt. Nachdem es zwischenzeitlich so aussah, als würden die Nordstaaten die Rebellen vertreiben können, blieb der Flankenangriff jedoch irgendwann stecken und so ging die Schlacht ohne klaren Sieger aus.

Als Gelände kamen erstmals die von mir selbst gemachten Matten zum Einsatz, unter die wir ordentlich Styroporhügel gelegt haben - und ich muss ganz ehrlich sagen: Ich möchte nie wieder auf einer ebenen Platte spielen, gerade im 6mm-Maßstab ist die Wirkung der vielen sanften Hügel einfach atemberaubend.

Hier nun der Bericht:

Sonntag, 21. Juli, 1861. 
Drei Monate sind vergangen, seit die Rebellen Fort Sumter angegriffen und damit diesen Krieg zum Ausbruch gebracht haben. Noch immer hat es keine größeren Kampfhandlungen zwischen den beiden Armeen gegeben, doch der politische Druck aus Washington auf General McDowell nimmt zu - und so entschließt er sich am Morgen des 21. Juli die Rebellenstellungen am Bull Run, nur gut 20 Meilen von Washington entfernt anzugreifen. General Beauregard hat mit seinen gut 20.000 Mann entlang des Flusses Stellung bezogen und erwartet den bevorstehenden Angriff. 

Der Plan von McDowell ist es, die Rebellenarmee zu flankieren, damit sie ihre befestigten Positionen verlassen müssen und die feindliche Armee dann zu zerschlagen. Was McDowell aber nicht weiß ist, dass Beauregard vorgewarnt ist und Verstärkungen aus dem Shenandoah - Tal auf dem Weg sind....


Der Bull Run - nur knapp 20 Meilen von der Hauptstadt der Union entfernt.

Sanfte Hügel säumen den Flusslauf (hier zu sehen: Henry House)

20.000 Mann hat General Beauregard unter seinem Kommando.

Da er über den bevorstehenden Angriff informiert ist, hat er die Übergänge befestigen lassen.

Vor allem die Brücke auf der Straße nach Centreville wurde zum Bollwerk ausgebaut - hier kommt niemand so schnell rüber.

Nachdem er lange Zeit eine Entscheidungsschlacht vermieden hat, sieht sich General McDowell nun gezwungen, zum Angriff über zu gehen.

Die Hauptstreitmacht marschiert frontal auf die Stellungen zu - Kanonen eröffnen das Feuer.

Schenk's Brigade führt den Angriff an und stürmt die erste Brücke.

Während sich andernorts langsam aber sicher der Plan entfaltet: Der schwache Flankenschutz der Konföderierten gerät früh unter Druck.

In der Mitte des Feldes kommt der Angriff zum Erliegen - zu stark ist das Abwehrfeuer der Rebellen.

Auch die Straße nach New Market ist stark befestigt worden - die Nordstaatler rücken im Schutze der Bäume vor.

Auf der Linken Flanke der Rebellen muss sich gegen 10 Uhr Johnston zurück ziehen, da er starke Verluste erleidet. 

McDowell sieht das sein Plan aufgeht und muss nun Druck in der Mitte aufbauen, damit Beauregard keine Verstärkungen auf die Flanke schicken kann.

Die Nordstaatler überqueren die Furt - das Flankenmanöver scheint den gewünschten Erfolg zu bringen.

Immer weiter muss sich Johnston zurück ziehen, um seine Division nicht komplett zu verlieren.

Beauregard gerät unter Zugzwang und muss Truppen aus der Mitte abziehen um Johnstons Division zu unterstützen.

12 Uhr Mittags: Die lang ersehnte Verstärkung für die Konföderierten trifft ein - dies könnte den drohenden Untergang noch abwenden.

... während in der Mitte die Unionstruppen zum Sturmangriff übergehen

Und tatsächlich: Die frischen Truppen nehmen ein wenig den Druck auf der Flanke - langsam kommt wieder Ordnung in die Schlachtlinie.

Auf der Straße nach Centreville hat sich bis zum Nachmittag nicht viel getan, die Artillerie feuert zwar auf beiden Seiten, doch niemand wagt einen ernst gemeinten Vorstoß

Der Flankenngriff der Unionstruppen verliert den Schwung - jetzt rächt es sich, dass zu spät neue Truppen auf die Flanke geschickt wurden.

Obwohl die Flanke genommen und auch die Brücke in der Mitte von den Angreifern kontrolliert wird, halten die Konföderierten stand.

16 Uhr - wegen zu starker Erschöpfung auf beiden Seiten werden die Kampfhandlungen nach und nach eingestellt. Die Schlacht endet ohne klaren Sieger, auch wenn die Unionstruppen den Bull Run überqueren konnten.

Was für eine Schlacht! Ich hatte mich darauf konzentriert, auf den beiden Brücken in der Mitte keinen Meter Raum zu lassen, weil ich dort den Hauptangriff der Unionstruppen erwartet habe. Auf der Flanke habe ich die wenigen (und zudem schlechten) Einheiten unter Johnstons Kommando positioniert und es kam, wie es kommen musste: Matze sah seine Chance und ergriff sie. Mit seiner Artillerie zwang er meine Truppen dazu, Ihre Stellungen am Ufer aufzugeben und durch einen unglaublichen Sturmlauf seiner Zuaven schlug er ohne größere Probleme die Truppen zurück. Es hat wirklich nicht viel gefehlt und die Verteidigung wäre komplett zusammen gebrochen, doch irgendwie geriet mit dem Eintreffen meiner Verstärkungen sein Angriff ins stocken. (Böse Zungen behaupten, es hätte eher daran gelegen, dass er 3 Runden lang nur Mist zusammen gewürfelt hätte, als an den neu eingetroffenen Einheiten) Letztlich musste ich die Verteidigung in der Mitte aber zu sehr ausdünnen, da auf der Flanke dringend neue Truppen benötigt wurden und so brach gegen 14 Uhr auch die Mitte ein bisschen ein. 

Die Schlacht endet ohne klaren Sieger und mit Verlusten auf beiden Seiten.