Samstag, 28. Juni 2014

1870, das erste Gefecht!

Wie Ihr ja mittlerweile schon mitbekommen habt stecken wir momentan mitten im 6mm Wahnsinn. Neben der dramatischen Schlacht des Amerikanischen Bürgerkrieges haben wir auch ein erstes Gefecht nach den Regeln von "1870" gespielt. Ich hatte gehofft, das die Regeln es eben erlauben, eine große Schlacht mit Brigaden als grundsätzliche taktische Einheit zu spielen, zudem aber auch das Bataillon als maßgebliche Einheit abgebildet wird. So wollte ich ein "echtere" Kampfdarstellung erreichen und die Aufstellung der Einheiten sollte seine Wichtigkeit behalten. Und ich muss sagen, es hat fantastisch funktioniert! Gespielt haben wir ein recht offenes Gefecht, 1,5 preußische Divisionen gegen 2 französische Divisionen. Beide Seiten begannen das Gefecht mit nur einer Brigade und etwas Artillerie, alle weitere Truppen rückten nach und nach als Reserven heran. Die Preußen sollten den zentralen Hügel und die zwei Brückenübergänge gegen den französischen Angriff halten ...


Die erste französische Brigade rückt aufs Gefechtsfeld vor ...

während die Preußen in offener Aufstellung den Hügel beiderseits der Brücken besetzt haben.

Kaum überqueren die Franzosen die erste Brücke, werden sie bereits unter weitreichendes Artilleriefeuer genommen. Diese Batterie sollte den Angreifern noch viel Kopfzerbrechen bereiten.

Die Franzosen erreichen in der Deckung des Waldes den Fluss und schicken sich an die Brücke zu nehmen.

Auf ihrer rechten Flanke wagt ein Regiment berittener Chasseurs einen Vorstoß, wird aber durch Artilleriefeuer abgewiesen.

Erste Reserven erreichen das Schlachtfeld, während die Franzosen stark gegen die preußische Rechte Flanke vorgehen.

Preußische Infanterieregimenter rücken nach...

... ebenso wie schwere Kavallerie.

Unter schweren Verlusten flieht das erste französische Regiment, doch dahinter folgen die zähen Zuaven. Auch die Preußen haben schwere Verluste, doch besonders die Jäger, die sich im Haus verbarrikadiert haben, halten dem Vorstoß stand.

Der französische Vormarsch stockt, daher staut sich ihre Artilleriereserve entlang der Waldstraße.

Auch an der zweiten Brücke greifen die Franzosen an und liefern sich ein starkes Feuergefecht, besonders die preußische Artillerie hält die Angreifer noch zurück.

Eine weitere Batterie nimmt Stellung auf dem Hügel.

Doch nun ist auch französische Artillerie eingetroffen und wirft die Verteidiger zurück.

Immer mehr Truppen Sammeln sich hinter der Kampflinie. Mittlerweile haben die Kommandeure mehr damit zu tun ihre Truppen zu manövrieren als die eigentliche Schlacht zu leiten.

Auch auf der preußischen Linken stockt der Vormarsch im schweren Feuer. Dahinter stauen sich die angreifenden Regimenter.

Rechts bricht die Verteidigung zusammen, doch frische Truppen erreichen bereits die Front.

Mit aller Kraft drängen die Franzosen über die Brücke den Hügel hinauf.

Mit ihrer Kavallerie wagen die Preußen sogar ein Flankenmanöver. Einzig ein paar französische Husaren decken hier den Anmarschweg.

Blick von oben auf die Schlacht. 

Die Preußen halten stand. Ihre moderne Artillerie und mannstarken Regimenter scheinen den Tag zu gewinnen. 

Nur langsam kommt der französische Angriff in Schwung. Doch die weitreichenden Chassepot-Gewehre sorgen für zahlreiche Verluste unter den Verteidigern. 

Kürassiere und eine weitere Infanterie-Brigade erreichen die Front. Doch mittlerweile läuft den Franzosen die Zeit davon.

Die Preußen halten...

ihr Generalstab kann für heute zufrieden sein.

Beide Brücken konnten von den Angreifern gewonnen werden, jedoch wanken die Verteidiger nicht und stellen sich der Attacke.


 Was für eine spannende und aufregende Schlacht. Beide Seiten konnten sich nach und nach auf dem Schlachtfeld entfalten und es war wirklich toll zu sehen, wie sich das Gelände mit Truppen füllte. Die Preußen konnten den Angriff erfolgreich Abwehren, jedoch nie wirklich eine eigene Initiative entwickeln. Ihre Artillerie war wirklich beeindruckend und setzte mich seit den ersten Minuten sofort unter Druck. Zudem war Thomas mir taktisch immer einen Schritt vorraus. Mit seinen 5 Befehlen pro Runde konnte er seine Truppen nahezu überall gleichzeitig Bewegen. Ich hatte nur 3 und meine Kommandeure taten alles sie nicht zu erfüllen. So kam es dazu, dass ich nie alle Einheiten bewegen konnte die erforderlich gewesen wären, Druck auf die Verteidiger aufzubauen. Dazu stoppte Thomas Artillerie meine Bewegungen direkt hinter den Brücken wodurch es zu einem fürchterlichen Stau auf den Straßen kam. Da standen meine Truppen nun, aufgehalten, zu langsam und am falschen Ort. Einzig die Reichweite der Chassepot hielt mich im Spiel. Ich konnte die preußische Infanterie unter starken Beschuss setzen, Thomas schaffte es nur selten nah heranzukommen und sein überlegenes Schnellfeuer gegen mich einzusetzen. Auch die Regiments- und Brigadeformationen spielten sich gut. Thomas stand in offener Linie, erschwerte es mir so ihn zu treffen, während ich in Brigade, zwei Linien hintereinander angriff. Das hintere Regiment füllte die Verluste des Vorderen immer wieder auf, so kam der Angriffsschwung selten ins stocken. Einzig die preußische Übermacht hielt mich auf, während meine Kerls im Stau steckten. Dank dieses Staus musste ich auch lange Zeit nahezu ohne Artillerie auskommen und schaffte es auch nie sie wirklich effektiv einzusetzen. Thomas hingegen nahm mich unter Dauerbeschuss wo immer er konnte.
Alles in allem war es ein tolles Spiel, es sah nicht nur wahnsinnig gut aus wie die Truppen so durchs Gelände marschierten, auch die Regeln spielten sich nach erster Eingewöhnung sehr gut. Es war so wie ich es mir vorstellte, die Regimentsgliederungen hatten einen wichtigen Einfluss auf die Schlacht und man war mehr damit beschäftigt, den Nachschub und die Aufstellung der Truppen zu leiten als das eigentliche Feuer. Alles in allem, ein Klasse Spiel! Also, mehr davon!!!!