Mittwoch, 5. März 2014

Hands on: Altar of Freedom (Teil 1: Einleitung)



Hallo alle zusammen, heute möchte ich endlich mal wieder eine ausführliche Review zu einem Regelwerk geben: Altar of Freedom von Iron Ivan Games.

Das Regelwerk behandelt die Schlachten des Amerikanischen Bürgerkriegs (1861 - 1865) auf Armeeebene. Erschienen ist das Werk von Iron Ivan Games erst vor einem halben Jahr, am 17.09.2013 - bei Experten für den "ACW" wird es jetzt klingeln, das ist nämlich passender Weise das Datum an dem die Schlacht von Antietam geschlagen wurde.

Vor allem fällt bei diesem Regelwerk auf, das es nicht, wie so viele andere Regelwerke auf 15, bzw. 28mm Figuren setzt, sondern auf 6mm Figuren. Diese werden aber auch benötigt, immerhin spielen wir hier nicht mit einzelnen Brigaden oder Divisionen, sondern mit ganzen Armeen gegeneinander, was einen völlig anderen Betrachtungswinkel mit sich bringt.

Die einzelnen Einheiten stellen bei Altar of Freedom eine komplette Brigade da, eine Runde im Spiel dauert eine ganze Stunde. Ziel des Spiels ist es nicht, sich im Kleinklein der einzelnen Bataillone zu verlieren oder uns Gedanken über deren Formationen zu machen, nein hier geht es (um mal beim zeitgenössischen Duktus zu bleiben) um das "große Ganze".

Neben dem 72-Seitigen Regelwerk gibt es noch zwei Szenariobände, eines für die westlichen Schauplätze (Atlanta is ours), eines für die östichen (All Quiet on the Potomac). Alle Bücher können als digitaler Download für den Preis von 15 US-Dollar pro Stück erworben werden, das Regelwerk gibt es zudem für 25 Dollar auch in gedruckter Form. Schade ist hierbei, das die beiden Szenariobücher nur als pdf erhältlich sind, der Vollständigkeit halber hätte ich mir diese auch als "echtes" Dokument gewünscht, aber so ist das nun einmal. Ebenfalls hätte ich mich über eine Druckerfreundliche Version der Bücher gefreut, aber die gibt es (noch?) nicht. Das alles soll aber natürlich nicht über die Qualität der Werke hinweg täuschen, das Regelwerk ist schön designt und verständlich geschrieben, die jeweils 150-Seitigen Szenariobücher sind prall gefüllt mit gut recherchierten und beschriebenen Schlachten des Konfliktes, so ziemlich jede größere Schlacht ist in den Büchern enthalten.

Die Autoren des Spiels legen ausdrücklich Wert darauf, das es bei Altar of Freedom um die Szenarien geht, die (natürlich) nicht immer ausgewogen sind, sondern in denen jede Seite ihre ganz eigenen Herausforderungen und Ziele hat. Mir persönlich gefällt das mehr als gut, lasse ich doch keine Gelegenheit aus, bei anderen Regelwerken daran rum zu mäkeln, das sich jemand die Mühe macht, ein 200-Seitiges Regelwerk zu schreiben aber nicht mit einem Gedanken mal an die Tatsache zu denken, das man vielleicht auch mal Spaß am Spiel haben will (das Argument "das ist aber ein Turnierspiel" ist absolut unglaubwürdig, genau genommen finde ich es eine frechheit, die eigene Faulheit mit derart fadenscheinigen Dingen zu begründen ... aber ich schweife ab).

Wie gesagt betrachten die Regeln eine komplette Armee, was uns also in die Rolle eines Armeekommandeurs versetzt. In einem großtaktischen Maßstab stellen sich völlig neue Herausforderungen, geht es doch eher darum, die Armee richtig zu positionieren und zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Schwerpunkte zu setzen. Das ganze wird in Altar of Freedom durch das Initiativsystem geregelt. Ähnlich wie bei anderen Spielen dieses Maßstabs (wie zum Beispiel Polemos) müssen wir uns daran gewöhnen, das wir uns nicht um alle Fronten gleichzeitig kümmern können, was bedeutet, das es immer wieder mal Situationen gibt, in dem wir unsere volle Konzentration auf einen Angriff an der einen Flanke legen, was dann dazu führen kann, das sich an der anderen Flanke keine einzige Division bewegt, weil diese eben keine Befehle von uns erhalten. (Wie das Initiativsystem im Einzelnen funktioniert werde ich in einem kommenden Bericht genau beschreiben, wenn ich ein kleines Demospiel mache)

Es gibt in den Regeln immer wieder einen Punkt, über den ich beim Lesen aber gestolpert bin: Für alle Aktionen benötigt man immer nur einen einzigen Würfel. Das ist natürlich kein Problem, aber führt natürlich dazu, das der Zufallsfaktor erhöht wird, da ich mit nur einem w6 ein breites Streufeld an Ergebnissen habe. Ob das aber beim tatsächlichen Spielen ein "echtes" Problem wird, das muss sich noch zeigen.

Ich hoffe, Euch hat dieser erste, kleine Bericht gefallen, in kürze gibt es hier den nächsten Bericht über Altar of Fredom, bei dem ich dann mehr ins Detail gehen werde. Wenn Ihr Fragen zu dem Regelwerk habt, oder es vielleicht sogar selbst mal gespielt habt, lasst es mich wissen!

Bis dahin,
Thomas